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Stallklima und Belüftung: ein gesundes Umfeld für das Pferd

Für eine gute Gesundheit und Leistungsbereitschaft unserer Pferde ist eine hochwertige Luftqualität von grosser Bedeutung. Was bedeutet das und wie können wir dies positiv beeinflussen?

Vor 1 Jahr

Was zeichnet ein gutes Klima für das Pferd aus?

Geht es um das Stallklima beim Pferd, weisen Pferde ein paar Besonderheiten auf. Sie sind sehr staubsensibel, kälteresistent und gelangen durch die Nutzung gelegentlich ins Schwitzen. Eine gute Atmosphäre ist daher wichtig für das Wohlbefinden des Tieres. Ein angenehmer Geruch durch die trockene Einstreu, möglichst kleine Temperaturunterschiede zwischen dem Innen- und Aussenbereich sowie eine gute Allgemeingesundheit stellen wichtige Parameter zur Beurteilung dar. Die Belüftung der Stallungen ist unter anderem wichtig für das Abführen des schädlichen Ammoniakgases, welches durch das Zusammentreffen von Kot und Harn entsteht.

Ab wann ist das Klima schlecht?

Eine schlechte Belüftung kann vielseitige Konsequenzen auslösen. Gase, Staub und Schimmel können die Atemwege schädigen. Dies führt wiederum zu Allergien, Husten, Nasenausfluss, Atemnot, Augenreizung oder Hautproblemen. Auch langfristige Schäden sind nicht ausgeschlossen, wobei sogar eine chronisch-obstruktive Lungenerkrankung auftreten kann. Im Allgemeinen bewirkt die mangelnde Luftqualität eine Schwächung des Immunsystems und mindert das Wohlbefinden wie auch die Leistung des Tieres.

Kein Geruch von Ammoniak (NH3) mehr in der Nase

Das Ammoniakgas ist etwas vom Ersten, was einem beim Betreten des Stalles in die Nase steigen kann. Dies ist kein gutes Zeichen, denn damit ist die Ammoniak-Konzentration in der Luft zu hoch. In Zahlen bedeutet dies, dass der Gehalt von 10 ppm Ammoniak in der Luft überschritten wurde. Der Richtwert stammt von den Anforderungen aus Deutschland und kann für die Schweizer Ställe übernommen werden. Das Tierschutz-Kontrollhandbuch gibt zur Luftqualität im Stall folgendes vor: «Keine deutlichen, geruchlich wahrnehmbaren Abweichungen von der Aussenluft. Bei hochsommerlichen Temperaturen sind schwitzende Equiden im Stall Anzeichen einer unzureichenden Belüftung.»

Hohe Temperatur zusammen mit hoher Luftfeuchtigkeit

Das Verhältnis zwischen Luftfeuchtigkeit und Temperatur spiel eine wichtige Rolle für den Kreislauf des Pferdes. Für Pferde ist die Kombination aus hoher Temperatur und hoher Luftfeuchtigkeit sehr schwierig auszuhalten. Daher gilt es, insbesondere bei hohen Temperaturen im Sommer, darauf zu achten, ein möglichst stabiles Verhältnis bei einer Luftfeuchtigkeit zwischen 60-80 % zu halten.

Von Spinnenweben und Staubdecken

Des Weiteren ist die Staubbelastung ein Indikator für die Luftqualität. Sind viele Spinnweben in den Ecken und dicke Staubdecken auf Ablagen zu sehen, ist die Stallhygiene und damit auch das Klima mangelhaft. Nebst regelmässigen Reinigungen spielt hierbei die Wahl der Einstreu und deren Management eine wichtige Rolle. In einer Schweizer Studie zeigte sich, dass Waldboden, Stroh und Strohpellets weniger Staubentwicklung bewirkten, während Leinen-Eukalyptus, Leinen-Hanf und Holzgranulat eine eher hohe Staubkonzentration verursachten.

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Viel Frischluft durch einen offenen Baustil

Was kann ich unternehmen, um die Luftqualität zu verbessern?

Um die Luftqualität zu verbessern, gibt es verschiedene Ansätze. Zunächst sollte der Tierbesatz mit der verfügbaren Fläche übereinstimmen. Ebenso ist ein effektives Entmistungsmanagement massgebend für eine gute Atmosphäre. Je höher die Einstreudicke, desto eher ist die Ammoniak-Konzentration in einem unproblematischen Mass. Dadurch steigt auch das unangenehme Gas nicht mehr in der Nase.

 

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Eine hohe Einstreudicke vermindert den Ammoniakgeruch.

Um eine optimale Luftzirkulation von mindestens 0,1 m/s zu ermöglichen, sollte die Luft entweichen können. Dies kann manchmal schon ganz einfach mit dem offen lassen einer Türe oder offenen Durchgängen geschehen. Alternativ bieten wir den Stallklima-Check an, bei dem unter anderem die Luftzirkulation in ihrem Stall untersucht wird. Regelmässige Komplettreinigungen, auch an den Wänden des Stalles, sind sehr zu empfehlen, um lang eingenisteten Dreck zu entfernen. An besonders staubigen Tagen kann die Einstreu mit Wasser benetzt werden. Auch die Konstruktion des Daches spielt eine nicht unwichtige Rolle. Luftauslässe oder Tauschzonen sorgen beispielsweise dafür, dass die Luft entweichen kann. Ebenso kann dadurch Oberflächenkondensation vermieden werden.

 

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Ein permanenter Luftaustausch wird durch ein Windschutznetz im Vergleich zu einem Stalltor möglich.