Pferde sind Dauerfuttersucher. Ihr Körper ist auf eine fast ununterbrochene Raufutteraufnahme ausgelegt, nicht auf Mahlzeiten zu festen Zeiten. Was das für den Stallalltag bedeutet, erklären wir hier.
Wer ein Pferd hält, denkt bei der Fütterung meist in Portionen und Uhrzeiten. Morgens Heu, abends Heu, dazwischen vielleicht noch eine Ration. Was dabei leicht in Vergessenheit gerät: Pferde sind keine Tiere, die auf Mahlzeiten ausgelegt sind. Ihr gesamter Körper ist darauf ausgerichtet, fast ununterbrochen nach Futter zu suchen und wenn gefunden, zu fressen.
Was sagt die Biologie?
In freier Wildbahn verbringen Pferde zwischen 16 und 18 Stunden täglich mit der Nahrungsaufnahme. Sie bewegen sich dabei langsam durch die Landschaft, nehmen kontinuierlich kleine Mengen karger, faserreicher Vegetation auf und legen kaum längere Pausen ein.
Zum Vergleich: Eine Kuh wiegt ähnlich viel wie ein Pferd, hat aber ein Magenvolumen von über 100 Litern. Der Pferdemagen fasst gerade einmal 8 bis 15 Liter. Ein kleines Organ für ein grosses Tier, das genau deshalb auf kontinuierliche, kleine Mengen angewiesen ist. Dabei produziert er rund um die Uhr Magensäure, unabhängig davon, ob gerade Futter vorhanden ist oder nicht. Kauen regt die Speichelproduktion an, und Speichel puffert die Säure. Das System funktioniert also nur dann reibungslos, wenn das Pferd regelmässig und über lange Zeit frisst.
Was passiert, wenn Pferde zu wenig Zeit zum Fressen haben?
Liegt das Heu nur zwei- bis dreimal täglich vor und ist es nach kurzer Zeit aufgefressen, entstehen Pausen, in denen der Magen leer, aber weiterhin aktiv ist. Die Magensäure greift ohne die schützende Raufutterschicht und ohne Speichelpufferung direkt die Magenschleimhaut an. Magengeschwüre sind eine häufige Folge und betreffen Studien zufolge einen erheblichen Teil der Stallpferde. Dazu kommen Koliken, Blähungen und Verhaltensprobleme wie Weben oder Koppen, die häufig als Reaktion auf Stress und fehlende Fressbeschäftigung entstehen.
Fresspausen von mehr als vier Stunden sollten möglichst vermieden werden, um Verdauungsproblemen vorzubeugen.
Wie viele Stunden sind realistisch im Stall?
16 bis 18 Stunden Fresszeit lassen sich im Stallalltag selten erreichen. Die Deutsche Reiterliche Vereinigung empfiehlt, Raufutter möglichst zur freien Verfügung zu stellen. Das ist jedoch nicht für jedes Pferd geeignet: Bei Tieren, die zu Übergewicht neigen, führt unbegrenzte Futterverfügbarkeit schnell zu einer unkontrollierten Kalorienaufnahme. Ist freie Verfügbarkeit nicht möglich, empfiehlt die FN mindestens drei bis fünf Portionen über den Tag. Rechnet man das auf 24 Stunden hoch, entstehen dabei Pausen von vier bis acht Stunden zwischen den Mahlzeiten. Für ein Tier, dessen Verdauungssystem auf möglichst ununterbrochene Futteraufnahme ausgelegt ist, ist das eine erhebliche Lücke.
Wie lässt sich ein natürlicher Fressrhythmus im Stall umsetzen?
Heunetze verlangsamen die Fressgeschwindigkeit und verlängern die Fressdauer. Sie sind ein einfacher erster Schritt, decken den Bedarf aber nur teilweise ab, da die Verteilung über den Tag weiterhin von der Anwesenheit des Betreuers abhängt.
Automatische Heu-Dosiersysteme gehen einen Schritt weiter. Wir bieten verschiedene Lösungen für unterschiedliche Haltungssituationen an.
Die feedSLOW-Heuraufen geben Heu zu programmierbaren Zeitintervallen frei, bis zu 40 Intervalle pro Tag, steuerbar direkt am Gerät oder per Bluetooth über das Smartphone. Sie sind in verschiedenen Ausführungen erhältlich, als Eck-, Halbrund- oder Rundraufe, und eignen sich sowohl für die Einzelbox als auch für den Gruppenstall im Innen- und Aussenbereich.
Die Portionenraufe, auch Heuschrank genannt, ist besonders für Selbstversorger und kleine Gruppenställe geeignet. Der wetterbeständige Schrank verbirgt hinter seinen Türen mehrere Klappböden, die zu programmierten Zeiten das Heu nach unten abgeben und so die Heurationen automatisch freigeben. Wir führen den Heuschrank in verschiedenen Ausführungen: als Bausatz, in Edelstahl oder aus Waikoplatten.
Die zeitgesteuerte Fütterungsplane (für Grossballenraufen oder bauseitigem Untergrund) eignet sich vor allem für die Gruppenhaltung. Die Plane öffnet sich bis zu zehnmal täglich, die Offenstehzeit ist individuell einstellbar und schliesst sich danach automatisch bis zum nächsten Intervall. Der grosse Vorteil: Die Fütterung erfolgt direkt aus dem Rundballen, was den täglichen Arbeitsaufwand im Stall erheblich reduziert.
Der FeedingMaster schliesslich geht am weitesten: Er verteilt die eingestellte Tagesmenge nicht in wenigen grossen Portionen, sondern kontinuierlich in Hunderten kleiner Gaben über 24 Stunden und kommt damit dem natürlichen Grasverlauf am nächsten.
Interesse? Wir beraten Sie gerne.
In unserem Sortiment finden Sie eine Auswahl an Heu-Dosiersystemen für unterschiedliche Anforderungen und Haltungssituationen. Haben Sie Fragen, welches System für Ihr Pferd am besten passt? Unser Beratungsteam steht Ihnen gerne zur Verfügung.